Am Samstag stand der Lehrgang ganz im Zeichen der Kata, eines festgelegten Ablaufs verschiedener Techniken, der auch als "Schattenkampf" bezeichnet wird.
Die erste Gruppe am Morgen beschäftigte sich mit der höheren Kata Gankaku. Einer alten Überlieferung zufolge geht sie auf den chinesischen Seefahrer Chintō zurück, der auf Okinawa gestrandet sein soll. Unter diesem Namen ist die Kata auch heute noch in anderen Karate-Stilen bekannt. Später wurde sie von Gichin Funakoshi in Gankaku - "Kranich auf dem Felsen" umbenannt, wegen der markanten Fußstellung Tsuru Ashi Dachi, die mehrfach in der Kata vorkommt und an einen Kranich erinnert. Sie zählt zu den ältesten Kata des Karate.

Für unsere jüngeren Karateka stand anschließend die Kata Heian Shōdan auf dem Programm, die erste Kata, die sie im Rahmen ihrer Kampfkunstausbildung erlernen. Dabei ging es nicht nur um den korrekten Ablauf, sondern auch um rhythmische Bewegungen, präzise Techniken und die richtige Atemspannung. Diese Grundlagen bilden die Basis für alle weiteren Katas. Durch das regelmäßige Wiederholen wird zudem das Zanshin, die fortwährende Aufmerksamkeit, geschult. So lernen die Karateka, ihre Bewegungsabläufe bewusst und kontrolliert auszuführen und die Verbindung zwischen Körper und Geist zu stärken.
Gemeinsam mit den Erwachsenen trainierten die Kinder und Jugendlichen außerdem die zweite Kata Heian Nidan. Dabei beschäftigten sie sich auch mit dem Bunkai, also der Entschlüsselung der Kata und den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Techniken. Im Anschluss präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die erlernten Katas den Zuschauern.
Für 18 Teilnehmer stand danach die Kyu-Prüfung an. Geprüft wurde vom 9. Kyu (Weiß-Gelb) bis zum 3. Kyu (Braun). Trotz leichter Nervosität zeigten alle Karateka vollen Einsatz und konnten ihre Prüfungen erfolgreich bestehen. Den feierlichen Abschluss des Lehrgangs bildete die Übergabe der Urkunden an die Prüflinge.

Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern herzlich zu dieser tollen Leistung!